• Roland starkwind.ch

Das Jahr, das war...

schwierig, herausfordernd oder gar Sch...? Auf jeden Fall wird das Jahr 2020 in den Geschichtsbüchern dieser Welt garantiert einen besonderen Platz einnehmen, auch wenn wir alle gut und gerne auf den Teil mit der weltweiten Pandemie verzichtet hätten. Im Herbst kam dann die Seifenoper in Sachen Präsidentschaftswahlen in den USA dazu. Zumindest diese hat letztlich ein halbwegs vernünftiges Ende gefunden und ein offensichtlich kranker und unberechenbarer Mann, wird durch einen, zwar alten, aber immerhin berechenbaren neuen Präsidenten ersetzt.

Weihnachten und Silvester werden auch nicht wie gewohnt ausfallen und wir werden uns noch eine Zeit lang einschränken und mit den Konsequenzen von Covid-19 leben müssen. Was davon dereinst übrig bleibt und was von unseren alten Gewohnheiten wieder zurückkehrt bleibt abzuwarten. «So what» wir können es nicht ändern, es ist, wie es nun einmal ist und das permanente Gejammer macht es auch nicht besser!


Rückblick auf die Surfsaison 2020

Ab Ende Mai war die Surfsaison 2020 und der Sommer in Sachen Einschränkungen trotz Corona erträglich und ganz ok. Nach meinem Gefühl war er einer der windreicheren der letzten Jahre, was natürlich ein subjektiver Eindruck aufgrund dessen sein kann, dass ich durch die Kurzarbeit einfach mehr Zeit zum Windsurfen und Foilen hatte als jemals zuvor. So bin ich mit der Windausbeute an unserem Homespot am Murtensee zufrieden.


Ferientechnisch hat die Pandemie unsere Pläne komplett über den Haufen geworfen. Der Gardasee war wie üblich für Juni gebucht, wurde storniert und durch eine Woche am Silvaplanersee ersetzt. Da gab es ebenfalls reichlich Wind und etwas kühleres Wasser als am Lago. Das italienische Flair und die lauen Sommerabende vermissten wir aber schon. Anstelle von Shorts und T-Shirt waren wir gezwungenermassen eher in Jeans und Softshell unterwegs. Auch Porto Pollo im Herbst liessen wir schweren Herzens ausfallen und entschieden uns für zwei weitere Wochen hochalpines Windsurfen am Silvaplanersee. Die Windausbeute war wiederum sehr gut, die Wärme des Südens, das Salzwasser und der Sand zwischen den Zehen konnte es uns nicht ersetzen, auch wenn das Engadin sehr reizvoll ist und wir sicher wiederkommen werden.

Materialtechnisch hatte ich mit einer ruhigen Saison gerechnet, besonders nachdem sich das neue Foil «Slingshot Hover Glide V3» schon beim ersten Einsatz als Volltreffer in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Fahreigenschaften herausgestellt hatte. Doch dann zerbröselte es ohne bewusste, übermässige Belastung meine Lieblings-Karbongabel, ich weiss bis heute nicht, weshalb und was genau passiert ist... Kurz darauf delaminierte mein elf Monate alter Fanatic Foil Gecko 133 grossflächig. Die Garantieabwicklung wurde seitens Fanatic International in die Länge gezogen und der gesamte Prozess dazu, nahm aus meiner Sicht als langjähriger, treuer Fanatic Kunde echt skurrile Formen an.

Die Art und Weise der Garantieabwicklung von Fanatic wirft bei mir die Frage auf: «Alles nur Marketing, oder was?»

Anyway, mein Dank in dieser Angelegenheit gilt Lorenz von der La Bise Noire und dem CH-Importeur, ohne ihre kulante Unterstützung hätte sich mein Ärger wohl endlos in die Länge gezogen. Zu guter Letzt schrottete ich bei einem Sturz vom Foil ins Segel mein brandneues Hotsails Maui Firelight. Glücklicherweise hatte CH-Importeur Barni vom Surfloop.ch Ersatz an Lager und lieferte diesen gleich persönlich, direkt an den Silvaplanersee, toll.


Surftechnisch habe ich wie eigentlich jedes Jahr, meine zu hoch gesteckten Ziele nicht ganz erreicht, jedoch gerade beim Foilen einen grossen Schritt vorwärts gemacht, mit immer noch viel Spass an der Sache. Dieser ist aber auch ungebrochen beim «normalen» Windsurfen vorhanden, sobald genug Druck im Tuch ist, um mit «vernünftigen» Segelgrössen Spass zu haben. Hingegen interessiert oder reizt mich das «Modethema» Wingfoilen bis jetzt in keinster Art und Weise.

Gefühlstechnisch ist das Jahr schwer in Worte zu fassen. Für die allermeisten von uns war es mit Sicherheit das ungewöhnlichste und herausforderndste Jahr ever. Geprägt von gesellschaftlichen Heraus- und Überforderungen, wirtschaftlicher Unsicherheit, neuen quasi von heute auf morgen eingeführten, Arbeitsmethoden und Umgangsformen unter- und miteinander, sowie teilweise grossen Einschränkungen in Bezug auf die Reise- und Bewegungsfreiheit.

Trotzdem haben sich auch neue Chancen eröffnet, wie beispielsweise heimische Reviere wie den Silvaplanersee wieder zu entdecken, daraus haben sich auch neue Kontakte ergeben oder alte an neuen Orten auffrischen lassen. So hat das Jahr, so schwierig wie es zuweilen war doch noch Platz für positive Erlebnisse und Begegnungen gelassen, was Balsam für die «geschundene» Seele war. Es bleibt die Hoffnung, dass sich dank des Impfstoffes unser Leben raschmöglichst normalisiert und sich die Wirtschaft schnell erholt und wir bis dahin möglichst wenig schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verzeichnen haben. In diesem Sinne wünsche ich euch:

«Merry Christmas and happy new year 2021! Bleibt oder werdet gesund und geniesst die Stunden auf dem Wasser!»